Eine Odyssee,
oder wie finde ich den Hund der zu uns passt
….ich könnte weinen vor Freude, nun haben wir unsere kleine Lilly erst seit einigen Wochen und würden sie nicht wieder hergeben.
Eigentlich sollte dieses kleine Bullymädchen ein Therapiehund für meinen psychisch kranken Mann sein, inzwischen therapiert die kleine Maus die gesamte Familie.
Unser erster Hund war eine Dackelmischlingsdame von einem Bauernhof, Josy war ihr Name. Sie ist dort in einer Buchte mit Schweinen aufgewachsen. Es war ein lieber Hund, aber leider wurde sie nie stubenrein, irgendwann war ich am Ende mit meinem Latein. Bald fand ich ein neues Zuhause für Josy, wo es egal war, daß sie öfter mal eine Pfütze hinterließ.
Aber irgendwas fehlte nun bei uns und so fingen wir an, uns darüber Gedanken zu machen, einen anderen Hund bei uns aufzunehmen. Es dauerte noch einige Monate, dann passierte das Unausweichliche. Wir waren gerade in Urlaub an der Ostsee, eine Zeitung kam uns zwischen die Finger mit einer Annonce „Beagle preiswert abzugeben" . Nun war es um uns geschehen, wir knüpften Kontakt, dieser ging nur über´s Handy, bald hatten wir einen Termin nur mal zum gucken abgemacht und los ging’s. Es waren drei wunderschöne Hunde, angeblich reinrassig, leider bekamen wir keinen Vater zu sehen und die Mutter war auf dem Grundstück unerreichbar angeleint, die Kleinen wimmelten vertraut um Ihr Herrchen, dazwischen noch ein paar JackRussel-Babys.
Es dauerte nicht allzu lang und wir entschlossen uns, das Beaglemädchen mitzunehmen, sie war ja soooo süß…. Wir bezahlten unseren „günstigen Preis", bekamen sogar noch einen Impfausweis und das war’s…. Züchter Ade, nie wieder Kontakt möglich.....
Nun sollte aber alles klappen und deshalb besuchten wir eine Hundeschule in Weimar, war nicht gerade billig, aber es war es uns wert. Die ersten Probleme waren ja leider recht bald aufgetreten, Luna wollte sich nichts wegnehmen lassen, biss auch immer mal zu, und zwar schmerzhaft. Sie war sehr dominant, machte was sie wollte, zerstörte alles Mögliche hörte nur, wenn sie wollte oder es gab einen leckeren Happen. Mit der Sauberkeit klappte es so recht und schlecht. In der Hundeschule sagte man uns dann, daß Luna ungewöhnlich aggressiv reagieren würde und es sollte mit einem Stachelhalsband gearbeitet werden, sie redeten sogar von einem Agressionsgen. Wir fanden das grausam, aber die müssen das ja wissen, meinten wir. Alles klappte prima, solange sie das Ding um hatte….
Als der Kurs zu Ende war, versuchten wir es dann ohne dieses Ding, aber es funktionierte nichts. Was nun??? Schließlich machte ich dann noch einen Klickerfernkurs übers Internet mit, dieser brachte erheblich mehr Erfolg.
Nun war Luna anderthalb Jahre alt und ich am Ende meiner Nerven. Mein Mann war wegen einer Nervenkrankheit acht Wochen im Krankenhaus und ich zu Hause mit diesem wilden Hund total überfordert . Nun war es wie am Anfang und ich las eine Anzeige „Hundeschule sucht Hunde zur Ausbildung". Ich setzte mich mit diesem Herrn in Verbindung und schilderte ihm mein Problem. Wir einigten uns darauf, daß er diesen Hund gegen eine Schutzgebühr bei sich aufnehmen würde. Da er schon einen Beagle habe, sagte er, kenne er sich aus mit diesen Jagdhunden und hätte auch das entsprechende Grundstück.
Einige Male erkundigte ich mich noch nach Luna, denn wir hatten sie trotz allem sehr lieb und vermissten sie. Luna geht es dort gut, sie hat zwar nach wie vor Dominanzprobleme, fühlt sich aber ansonsten wohl.
Nun waren seither acht Monate vergangen und wir vermissten unsere Luna so sehr, daß wir sie am liebsten wieder her geholt hätten. Uns war aber auch klar, daß wir nie mit diesem Hund klar kämen.
So kam es dann, daß wir wieder anfingen über einen Hund nachzudenken, zumal es meinem Mann immer schlechter ging. Es war ein verrückter Gedanke, keiner würde es verstehen, aber es war auch egal was andere denken, ich sah nur meinen Mann wie er litt…..
Wir informierten uns nun grundlegend über Arten, Typen und Charaktere von Hunden, sowie Rassen im Internet und sonstigen Medien. Wir besuchten auch etliche Züchter, Tierheime, sowie Ausstellungen und waren immer wieder unsicher. Irgendwann wussten wir, es soll eine Französische Bulldogge sein .
Das kam nämlich so: als mein Mann so lange im Krankenhaus war, gingen wir oft im Park spazieren. Wir saßen nichts ahnend auf einer Bank, da kam so ein Herzensbrecher auf uns zugestürzt, begrüßte uns stürmisch mit etlichen Bussis und wir verliebten uns augenblicklich in diesen Hund.
Nun wurde konkret gesucht, die Erfahrungen die wir dabei machten, waren teilweise sehr ernüchternd. Es gab ja so viiiiiele „günstige" Bullys… (wenn man das wollte) im Internet. Wir schauten hinter die Kulissen dieser armen Geschöpfe, es war manchmal zum Weinen…. Aber leider, so lange der Bedarf an produzierten Hunden (wie Luna vielleicht auch) da ist , wird es auch solche traurigen Hunde geben.
Nun fanden wir auch die Zucht der Frau Müller-Seeliger, denn es gibt nicht nur dubiose Angebote im Netz, sondern auch Menschen, denen es nicht nur ums Geld geht. Bald nahmen wir Kontakt auf und telefonierten viel miteinander. Nun entschlossen wir uns, diese Zucht zu besuchen, um uns ein Bild zu machen.
Als es soweit war, stürmte eine fröhliche Rasselbande auf uns ein, genau wie dieser Bully im Sommer. Wir waren total begeistert, aber wollten vernünftig bleiben und gingen wieder, wir wollten ja nur mal schauen.......
Aber…, ein kleiner Welpe ging uns nicht aus dem Kopf! So besuchten wir diese lustigen Kobolde nochmals. Wir waren von den Bedingungen, in denen die kleinen Kerlchen aufwachsen, auch so beeindruckt, sodaß wir unsere letzten Zweifel fallen ließen.
Nun war es um uns geschehen und wir entschlossen uns, die Nr. 7 als Familienmitglied aufzunehmen, das Mädchen Beatrice, wird von uns Lilly genannt und wir lieben sie alle und haben keine Probleme mit ihr, sie verträgt sich sogar wunderbar mit unseren Norwegischen Waldkatzen Artax und Isis und Semmy, der Schwarze Kater, tobt total gerne mit Lilly.
Die Zucht der Frau Müller-Seeliger ist so erlesen, daß man sie nur empfehlen kann, des Weiteren hoffe ich, daß andere Menschen aus meinen Erfahrungen lernen können und sich nicht einen „preiswerten" Hund irgendwoher holen
März 2004 Carmen K.
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